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Ausbildung - professionelles Handeln sichern

Qualität in der betrieblichen Ausbildung durch professionelles Handeln sichern:

 

Warum kann es für Unternehmen sinnvoll sein, regelmäßig systematisch strukturierte Gesprächsrunden zwischen Ausbildenden und Auszubildenden zu führen?

Wie (un)zufrieden Ihre jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer betrieblichen Ausbildung sind, kann die Ausbildungsqualität und damit eine Grundlage der Fachkräftesicherung Ihres Unternehmens erheblich beeinflussen. Bestimmt haben Sie sich schon einmal gefragt, warum möglicherweise Ihre Auszubildenden während oder auch nach Abschluss der Ausbildung Ihren Betrieb verlassen? Sie haben viel Zeit und Kosten in die Ausbildung junger Menschen sowie in Ihr Unternehmen investiert, und dann beginnen Sie erneut von vorn: Stellenanzeigen, Personalauswahl, und, und, und. Zudem kann Ihre Kosten-Nutzen-Relation für die Ausbildung immer mehr in eine Schieflage geraten.

 

Zentrale Qualitätsdimensionen in der betrieblichen Ausbildung

Tragen Sie mit Qualität und professionellem Handeln zu einer höheren Zufriedenheit aller Akteurinnen und Akteure für die betriebliche Ausbildung und zu einer besseren Kosten-Nutzen-Relation in Ihrem Unternehmen bei. Eine mögliche Definition von Qualität ist das Verhältnis zwischen geforderter und tatsächlicher Beschaffenheit (vgl. Mirbach 2009, S. 82). Für Unternehmen zählen zu den zentralen Punkten von Qualität, die Qutcome-Qualität, also wie Kompetenzen nach Abschluss der Ausbildung bei der beruflichen Arbeit verwertet werden. Dabei lassen sich neben der Qutcome-Qualität noch weitere Dimensionen von Ausbildungsqualität unterscheiden. Während die Input-Qualität die sachlichen, personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen der beruflichen Bildung beinhaltet, beschreibt die Prozessqualität den Lehr- und Lernprozess. Das Ergebnis am Ende der Berufsausbildung ist die sogenannte Ergebnis- oder Output-Qualität (Windelband, Spöttl, Becker 2014, S. 300/301). Diese Dimensionen von Qualität differenzieren sich noch in weitere einzelne Qualitätsmerkmale für die Ausbildung.           Jedoch unterliegt Qualität immer auch subjektiven und objektiven Interpretationen.  

 

Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan

Die Ausbildungsordnung sowie die zeitliche und sachliche Gliederung des Ausbildungsrahmenplans geben Ihnen eine gute standardisierte Grundlage für eine Struktur der Ausbildung. Allerdings gehen diese nicht auf die individuellen Bezüge von Auszubildenden und der Komplexität von Lehr- und Lernprozessen sowie den speziellen Bedarfen Ihres Betriebes ein. Professionelle Ausbilderinnen und Ausbilder tun mehr (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung, 2015). Denn in der Regel haben Auszubildende keine einheitlichen Vorerfahrungen, sondern unterschiedliches Vorwissen mit individuellen Leistungsvoraussetzungen. Hinzu kommen soziale und kulturelle Hintergründe der Auszubildenden sowie die für Ihren Betrieb benötigten Kompetenzen.

 

Regelmäßiger Austausch kann Ihre Ausbildungsqualität fördern

Haben Sie ein Ausbildungskonzept bzw. wie behandeln Sie Verschiedenheit oder Gleichheit von Auszubildenden in Ihrem Unternehmen? Tragen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Ausbildungskonzept mit, wie aktuell ist es? Wie werden zukünftige Entwicklungen berücksichtigt? Werden Ihre Auszubildenden an der Entwicklung Ihres Ausbildungskonzepts beteiligt? Betrieblich systematisch strukturierte Gesprächsrunden (Qualitätszirkel), die regelmäßig Ausbildungsthemen reflektieren und damit zu mehr Ausbildungsqualität beitragen, können Zufriedenheit und Professionalität aller Beteiligten der Ausbildung fördern (vgl. Wittwer, 2014).

 

Qualität sollte nicht erst dann beginnen, wenn Probleme auftreten, sondern sich vorausschauend und potentialorientiert entwickeln. Regelmäßige Feedbackgespräche mit Auszubildenden zum Beispiel am Ende eines Ausbildungsabschnittes sind nur einzelne Qualitätsmerkmale. Sie können zwar nicht dazu beitragen, Unsicherheiten im Zusammenhang mit Ausbildung zu vermeiden, denn zum regulären beruflichen Alltag gehören Unwägbarkeiten und Unsicherheiten stets dazu. Allerdings können z. B. regelmäßige wechselseitige Feedbackgespräche und Gesprächsrunden Unsicherheiten reduzieren und Qualität in der Kompetenzvermittlung für die Ausbildung weiterentwickeln. Damit kann es möglich werden, ebenso Ausbildungszufriedenheit zu steigern, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und zukünftige Fachkräfte zu sichern.

 

Wie Ausbildende und Auszubildende die Ausbildungsqualität in den Betrieben während der Corona-Pandemie abschließend bewerten, bleibt abzuwarten. In Anbetracht der Tatsache, dass zum einen immer weniger junge Menschen eine Berufsausbildung absolvieren und es zum anderen für Betriebe zunehmend schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist der Blick auf Ihre betriebliche Ausbildungsqualität umso wichtiger (vgl. BMBF 2021).

 

Eine qualitativ hochwertige Ausbildung kostet nicht nur Zeit, daher können auch externe Partner Sie bei Ihrer Arbeit mit einem externen Ausbildungsmanagement unterstützen.    Je besser die Output- und Qutcome-Qualität der Ausbildung ist, umso größer ist die Chance, dass Mitarbeitende ihre Kompetenzen optimal einsetzen und den beruflichen Alltag meistern können. Zudem kann die Kosten-Nutzen-Relation in Ihrem Unternehmen, insbesondere auch nach der Ausbildung optimiert werden. Schließlich können aus „Ihren“ Auszubildenden bald „Ihre“ Fachkräfte von morgen werden.


Quellen:

Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (2015). LEITFADEN. Qualität der betrieblichen Berufsausbildung. Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung.

Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF (Hrsg.) (2021). Berufsbildungsbericht 2020. Bonn: Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Fischer, M. (Hrsg.) (2014). Qualität in der Berufsausbildung. Anspruch und Wirklichkeit. Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung. Bielefeld: Bertelsmann.

Mirbach, H. (2009). Eindeutiger Qualitätsbegriff. Die „Hamburger Erklärung“ zur Qualität in der beruflichen Bildung. In lernen & lehren, 94, 82-83.

Windelband, L., Spöttl, G., Becker, M. (2014). Qualität in der Berufsbildung – Chancen und Gefahren einer Output-/Outcome-Orientierung. In M. Fischer (Hrsg.). Qualität in der Berufsausbildung. Anspruch und Wirklichkeit (S. 297-321). Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung. Bielefeld: Bertelsmann.

Wittwer, W. . Ausbildungsqualität in der betrieblichen Bildung. In M. Fischer (Hrsg.). Qualität in der Berufsausbildung. Anspruch und Wirklichkeit (S. 119-132). Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung. Bielefeld: Bertelsmann.

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